Argentiniens neuer Messi?

Argentiniens neuer Messi?

Franco Mastantuono hat sich in der argentinischen Fußballszene wie ein Komet nach vorne geschossen. Mit nur 17 Jahren zeigt der junge Spieler von River Plate Fähigkeiten, die selbst erfahrene Fußballexperten staunen lassen. Sein spektakuläres Freistoßtor im Superclásico gegen Boca Juniors ließ Erinnerungen an den jungen Lionel Messi aufkommen. Obwohl Vergleiche mit dem Weltmeister verfrüht erscheinen, fragen sich viele: Steht Argentinien vor dem Aufstieg eines neuen Messi? Wir schauen uns genauer an, warum dieser Teenager die Fußballwelt elektrisiert und welche Parallelen zum achtmaligen Ballon d’Or-Gewinner bestehen, der kürzlich mit Lionel Messi: Schmerzhaftes Aus mit Inter Miami! für Schlagzeilen sorgte.

Das wunderkind aus Azul erobert die herzen der fans

Franco Mastantuono wurde in der Stadt Azul geboren, etwa 299 Kilometer von Buenos Aires entfernt. Sein Weg zum Profifußball war keineswegs vorgezeichnet. Als River Plate ihn mit neun Jahren entdeckte, lehnte er zunächst ab, um bei seiner Familie zu bleiben. Bemerkenswert ist auch, dass der junge Franco eine Zeitlang zwischen einer Tennis- und Fußballkarriere schwankte, bevor er sich mit elf Jahren endgültig für den Fußball entschied.

2019 wagte er dann den großen Schritt in die Jugendakademie von River Plate. Unter der Leitung des ehemaligen Bayern-Profis Martín Demichelis feierte Mastantuono sein Profidebüt und schrieb Geschichte als drittjüngster Spieler in der Vereinshistorie. Mit gerade einmal 16 Jahren, acht Monaten und 28 Tagen betrat er erstmals die große Bühne des argentinischen Fußballs.

Sein Talent manifestierte sich besonders eindrucksvoll beim emotionalen Abschied von Trainer Demichelis, als er einen Freistoß traumhaft in den Winkel zirkelte. Doch dies war nur ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. In einem seiner jüngsten Auftritte in der Copa Libertadores gegen Independiente del Valle übernahm er Verantwortung und verwandelte souverän einen Elfmeter zum 3:2. Am Ende stand ein überzeugender 6:2-Sieg auf der Anzeigetafel, und Mastantuono hatte einmal mehr bewiesen, dass er trotz seines jungen Alters bereits zu den Schlüsselspielern zählt.

Die beeindruckende Serie des Mittelfeldjuwels spricht für sich: In fünf aufeinanderfolgenden Spielen war er direkt an mindestens einem Tor beteiligt. Die argentinische Tageszeitung Clarín titelte begeistert: “Mastantuono ist viel mehr als das Juwel von River”. Diese Aussage unterstreicht den rasanten Aufstieg des Teenagers, der mit jeder Ballberührung die Fans in Ekstase versetzt.

Der superclásico-moment: als ein stern geboren wurde

Der entscheidende Moment in Mastantuonos noch junger Karriere ereignete sich Ende April 2025 im Superclásico gegen den Erzrivalen Boca Juniors. Vor über 85.000 Zuschauern im legendären Stadion El Monumental schlenzte der 17-Jährige einen Freistoß aus über 25 Metern punktgenau in den rechten Winkel. Dieses Traumtor brachte nicht nur die Fans zum Eskalieren, sondern weckte auch international Aufmerksamkeit.

Sein Trainer Marcelo Gallardo, selbst eine Legende bei River Plate, war sprachlos: “So ein Tor habe ich schon lange nicht mehr gesehen.” Er beschrieb die Leistung als “schöne kleine Perle” und betonte gleichzeitig, wie bewusst ihm das außergewöhnliche Talent seines Schützlings ist. “Er ist ein Talent, das schon jetzt Situationen mit seinen Fähigkeiten löst, und das ist gut für River”, erklärte der 49-jährige Coach.

Trotz des Hypes versucht Gallardo, seinen jungen Star behutsam zu entwickeln. “Er ist nicht der Anführer, er ist ein Spieler, der sich einfügt. Wir werden ihm keine Verantwortung aufbürden”, betont er. Diese vorsichtige Herangehensweise soll Mastantuono den Raum geben, sich natürlich zu entfalten, ohne dem enormen Druck zu erliegen, der oft mit solchen frühen Vergleichen zu Weltklassespielern einhergeht.

Der linke Zauberfuß des Teenagers weckt unweigerlich Erinnerungen an einen jungen Lionel Messi. Seine Ballbehandlung, seine Übersicht und vor allem seine Freistoßtechnik zeigen frappante Ähnlichkeiten mit dem Rekordnationalspieler Argentiniens. Fußballlegende Thierry Henry nannte kürzlich Mastantuonos Namen in einem Atemzug mit anderen Ausnahmetalenten wie Lamine Yamal und verwies dabei explizit auf das Traumtor im Superclásico.

Internationale begehrlichkeiten und die zukunft des talents

Mastantuonos herausragende Leistungen haben auch bei europäischen Topklubs für Aufmerksamkeit gesorgt. Gerüchten zufolge soll Real Madrid besonderes Interesse zeigen, allerdings nicht bereit sein, die festgeschriebene Ablösesumme von 45 Millionen Euro zu bezahlen. Diese Transferspekulationen nimmt Trainer Gallardo gelassen: “Wenn wir ihn verkaufen müssen, weil die Welt und der Transfermarkt dynamisch sind, dann müssen wir ihn weiter unterstützen.”

Für den jungen Argentinier stehen in naher Zukunft weitere Meilensteine an. Im Sommer wird er mit River Plate an der Klub-WM teilnehmen, was seine internationale Sichtbarkeit weiter erhöhen wird. Zudem wird in Argentinien bereits über sein mögliches Debüt in der A-Nationalmannschaft spekuliert. Obwohl Nationaltrainer Lionel Scaloni ihn für die letzten Länderspiele nicht berücksichtigte, berichten argentinische Medien, dass Mastantuono bald von der U20 hochgezogen werden könnte.

Der ehemalige Leverkusen-Profi Diego Placente, aktuell Trainer der argentinischen U20, schwärmt von seinem Schützling: “Er hat alles, was es braucht, und ist eine große Persönlichkeit. Mental ist er viel reifer, als es sein Alter vermuten lässt.” Diese mentale Stärke könnte entscheidend sein, um mit dem enormen Druck umzugehen, der mit dem Label “neuer Messi” einhergeht.

Ob Franco Mastantuono tatsächlich in die Fußstapfen des größten argentinischen Fußballers aller Zeiten treten kann, wird nur die Zeit zeigen. Doch eines ist sicher: Argentinien hat ein neues Juwel gefunden, dessen Potenzial grenzenlos erscheint. Mit seiner Mischung aus technischer Brillanz und mentaler Reife könnte er der nächste große Star am argentinischen Fußballhimmel werden.

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